Der Beweis für die Existenz Gottes
– 5 Min. Lesezeit –
Am Ende des Blogs Sinn und Zweck von Religion neu verstehen stellte sich die Frage, ob es einen Beweis[1] für die Existenz Gottes gibt.
Bereits haben wir dazu ausgeführt, dass der Beweis für die Existenz Gottes darin liegt, dass Gott sich von Zeit zu Zeit manifestiert[2] und der Menschheit Seine Absicht und Seinen Willen kundtut durch Den, der «Gott… in der Welt der Schöpfung vertritt»[3] – den Offenbarer[4] Gottes – der Spiegel, welcher Gottes Herrlichkeit reflektiert und seine Attribute offenbart – besser bekannt als Religionsstifter. Durch diese Manifestationen erfüllt Gott Sein Versprechen der unfehlbaren Führung der Menschheit, ein Versprechen seit den Zeiten Abrahams. Dieses Versprechen bezeichnet Bahá’u’lláh, die jüngste Manifestation Gottes (1817 – 1892), als den «ewigen Bund Gottes mit der Menschheit».
Durch die Lehren dieser Gottesoffenbarer und Stifter der großen Weltreligionen wurden die geistigen, sozialen, intellektuellen und ethisch-moralischen Fähigkeiten der Menschheit stets gefördert. Zu Ihnen gehören Abraham, Krishna, Zarathustra, Moses, Buddha, Jesus Christus, Muhammad, der Báb und Bahá’u’lláh.
In Wikipedia wird der Status quo des Gottesbeweises wie folgt beschrieben:
«In neuzeitlicher Terminologie den Versuch, mithilfe der Vernunft die Existenz Gottes zu beweisen. Der Begriff wurde rückwirkend auf verschiedenste philosophische Konzepte angewendet, die die Existenz Gottes glaubhaft machen wollten.
In der modernen christlichen Philosophie und Theologie gibt es Positionen, die auch die historischen Beweise mehr als „Zugänge“ zu einem Gottesbegriff verstehen, denn als strenge Beweise im Sinne moderner Wissenschaftsmethodik.
Versuche, Gottesbeweise darzulegen, finden sich bereits in der Philosophie der Antike; ferner in der jüdischen und frühchristlichen Apologetik, danach bei den Kirchenvätern, wie z. B. bei Augustinus.
In der Weltgeschichte der Philosophie findet sich eine grosse Zahl von Philosophen, die versuchten, die Existenz Gottes zu beweisen und eine fast ebenso grosse Zahl an kritischen Stimmen zu den entsprechenden Aussagen.»
Fazit: Man könnte also durchaus sagen, dass die Existenz Gottes (noch) nicht eindeutig bewiesen wurde.
In den Schriften der jüngsten Weltreligion, dem Baha’i-Glauben, finden wir zu diesem Thema etliche Hinweise und Erklärungen, u.a. auch in Beantwortete Fragen von ‚Abdu’l-Bahá,[5] in dem seine Antwort zu der folgenden Frage zu lesen ist:
In welchem Ausmaß kann die menschliche Wahrnehmung Gott begreifen?
Hier ein Auszug der Antwort von ‚Abdu’l-Bahá:
«Wisse, dass es zwei Arten von Wissen gibt: das Wissen um das Wesen von etwas und das Wissen um dessen Eigenschaften. Das Wesen von etwas lässt sich nur durch seine Eigenschaften erkennen…
Wenn also alles Erschaffene nur durch seine Eigenschaften und nicht durch sein Wesen erkannt werden kann, bleibt auch die Wirklichkeit des Göttlichen im Wesen unbekannt und wird nur hinsichtlich ihrer Eigenschaften erkannt.
Die Erkenntnis der Wirklichkeit des Göttlichen ist in keiner Weise möglich, die Erkenntnis der Manifestationen Gottes hingegen ist die Erkenntnis Gottes, denn die Gnadengaben, der Strahlenglanz und die Eigenschaften Gottes sind in Ihnen offenbar. Wer also zur Erkenntnis der Manifestationen Gottes gelangt, gelangt zur Erkenntnis Gottes.»
Durch seine Sinne und geistigen Kräfte erlangt der Mensch also Einblick in göttliche Eigenschaften, die sich als Zeichen Gottes überall in der Schöpfung zeigen, in der Natur und bei den Menschen.
Obwohl das Wesen Gottes dem Menschen verborgen bleibt, erlangt er durch Seine Manifestation in Gestalt des Offenbarers göttlicher Erkenntnis und Autorität, Einblick in die Geheimnisse und Mysterien Gottes, Seinen Willen und Seine Absicht für die eigene geistige Entwicklung und für das Wohlergehen der ganzen Menschheit.
«Darum hat der Quell unendlicher Gnade…» [Gott], so beschreibt Bahá’u’lláh im Buch der Gewissheit «…jene leuchtenden Edelsteine der Heiligkeit aus dem Reiche des Geistes in der edlen Gestalt des menschlichen Tempels erscheinen und allen Menschen offenbar werden lassen, auf dass Sie der Welt die Mysterien des unveränderlichen Seins schenken und ihr von Seinem reinen, unsterblichen Wesen künden.
Diese geheiligten Spiegel, diese Aufgangsorte altehrwürdiger Herrlichkeit sind allesamt auf Erden die Vertreter Dessen, der die Sonne der Welt, ihr Wesen und ihr letztes Ziel ist. Von Ihm geht Ihre Erkenntnis und Macht aus, von Ihm leitet sich Ihre Souveränität ab.»
Und mit den Worten von Jesus Christus:
«Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater denn durch mich.“
Bibel, Johannes 14:6
Als «Sprachrohre» Gottes haben Sie alle durch Ihre Aussagen und Ihr Leben einen unvergleichlichen Einfluss auf die Entwicklung des Einzelnen und die ganze Menschheit ausgeübt. Zu allen Zeiten haben Sie das Ziel verfolgt, zur geistig-spirituellen und materiellen Entwicklung der Menschheit beizutragen.
In Ährenlese, 21:1 macht Bahá’u’lláh unmissverständlich klar, wie der Beweis für die Existenz Gottes erbracht ist:
«Als Zeichen Seiner Barmherzigkeit und als Beweis Seiner Gnade hat Er [Gott]… den Menschen die Sonnen Seiner göttlichen Führung, die Sinnbilder Seiner göttlichen Einheit offenbart und verfügt, dass die Erkenntnis dieser geheiligten Wesen mit der Erkenntnis Seines eigenen Selbstes gleichzusetzen sei. Wer sie erkennt, hat Gott erkannt. Wer auf Ihren Ruf hört, hat auf die Stimme Gottes gehört, und wer die Wahrheit Ihrer Offenbarung bezeugt, hat die Wahrheit Gottes selbst bezeugt.»
Und mit den folgenden Worten erklärt ‚Abdu’l-Bahá, was die «heiligen Beweise» der Manifestation Gottes für dieses Zeitalter bedeuten:
«O Völker der Erde! Die Sonne der Wahrheit ist aufgegangen, um die ganze Welt zu erleuchten und die Gesellschaft der Menschen zu vergeistigen. Lobenswert sind die Ergebnisse und Früchte, reichhaltig die heiligen Beweise, die aus dieser Gnade fließen. Dies bedeutet echte Barmherzigkeit und reinste Großmut, Licht für die Welt und alle ihre Völker, Harmonie und Brüderlichkeit, Liebe und Solidarität; ja es bedeutet Mitleid und Einigkeit und das Ende von Entfremdung, es bedeutet, eins zu sein mit allen auf Erden in vollkommener Würde und Freiheit.»
Briefe und Botschaften 1:1
[1] Bedeutung des Begriffs Beweis (engl. proof): 1. etwas, was den Nachweis enthält, dass etwas zu Recht behauptet, angenommen wird; 2. sichtbarer Ausdruck von etwas; Zeichen, das etwas offenbar macht *
[2] Bedeutung des Begriffs Manifestation: das Deutlich-, Sichtbarwerden, Bekundung von etwas Bestimmtem *
[3] Bahá’u’lláh, Ährenlese 155:1
[4] Bedeutung des Begriffs Offenbarung: [auf übernatürlichem Wege erfolgende] Mitteilung göttlicher Wahrheiten oder eines göttlichen Willens *
[5] Beantwortete Fragen sind seit ihrer Veröffentlichung eine maßgebliche Quelle der profunden Einsichten ‘Abdu’l-Bahás, des Sohnes von Bahá’u’lláh. »In Beantwortete Fragen findet man einen Schlüssel zum Verständnis aller verwirrenden Fragen, die den Verstand des Menschen auf seiner Suche nach wahrer Erkenntnis aufwühlen.« schrieb Shogh Effendi in einem Brief am 13. März 1923 an die Bahá’í in Australasien.
* Quelle: Google, Definitionen von Oxford Languages


One Response
Servus Heinz & Roswitha,
habe mich gefreut, den Beweis der Existenz Gottes durch `Abdul-Bahás Schriften auf Linkedin vorzufinden.
Gratulation für Eure interessanten Beiträge,
Hubert