Die drei jüngsten Weltreligionen und ihre Legitimation

Die drei jüngsten Weltreligionen und ihre Legitimation

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Gehen wir einige hundert Jahre zurück, oder gar zweitausend. Was denken Sie? War Muhammad ein Scharlatan oder gar ein satanischer falscher Prophet, wie manche Christen glauben? Und wer sagt uns, dass Jesus Christus nicht auch ein Scharlatan war, denn immerhin ist die christliche Kirche spätestens im fünften Jahrhundert im Chaos der grösstmöglichen Gottlosigkeit versunken.

 

Woran machen wir den göttlichen Ursprung von Jesus Christus fest?

Nur an Seinen Aussagen, oder gibt es andere Hinweise?

Die gibt es. Im Alten Testament wird an einigen Stellen auf Sein Kommen hingewiesen, an einer Stelle sogar mit ziemlich präziser Zeitangabe (vgl. Dan. 7–8). Im Weiteren war Jesus offensichtlich mit angeborenem Wissen ausgestattet, was Er bereits als Zwölfjähriger im Tempel von Jerusalem demonstrierte, der einfache, ungebildete Sohn eines Zimmermanns. Ausserdem hat Er mit Seiner Persönlichkeit und Ausstrahlung offensichtlich Massen in den Bann gezogen und für die damalige Zeit revolutionäre Ansichten verkündet. Er hat ein neues Gottesbild gebracht und den Menschen einem gesellschaftskritischen Blick unterzogen. Und Er hat mit Seiner Sendung einen Energieschub in die Welt gebracht, den jeder Historiker belegen kann, und Sein Evangelium hat in den Jahrhunderten danach eine Verbreitung gefunden, die wohl nicht mit dem Strohfeuer eines Scharlatans erklärt werden kann.

«Da redete Jesus abermals zu ihnen und sprach: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.» (Joh. 8,12)

 
Woran machen wir den göttlichen Ursprung von Muhammad fest?

Auch zu Ihm gibt es Hinweise im Alten Testament, allerdings nicht allzu präzise. Er kam, als das Christentum im Sumpf der Gottlosigkeit und des Sittenverfalls zu versinken drohte. In jener Zeit wurden im Namen der Religion die schlimmstmöglichen Verbrechen begangen und das tägliche Leben der Mehrheit der abendländischen Bevölkerung war schlicht erbärmlich. Muhammad, ein Analphabet, verkündete revolutionäre Weisheiten, die absolut neu waren und innerhalb der islamischen Gemeinschaft zu radikalen Veränderungen führten. Auf dem Gebiet der Naturwissenschaften, der Medizin, der Politik, des Staats- und Sozialwesens, der Hygiene, der Baukunst, der Philosophie sind derart unglaubliche Fortschritte erzielt worden, dass sie auch enorme Auswirkungen auf das christliche Abendland hatten. Diese Religion fand ebenfalls weltweite Verbreitung. Das soll ein Scharlatan sein?

«In solch einem Land, unter solch barbarischen Stämmen, brachte ein ungebildeter Mensch ein Buch hervor, in dem die Attribute und die Vollkommenheit Gottes, die prophetische Stufe Seiner Gesandten, die Gebote Seiner Religion und bestimmte Wissensgebiete sowie wissenschaftliche Fragestellungen höchst vollkommen und eloquent dargelegt wurden.»

‘Abdu’l-Bahá, Beantwortete Fragen 7:13

 
Bahá’u’lláh – wer ist Er und woher nimmt Er Seinen Anspruch?

Wie kann Er behaupten, der Verheissene der Heiligen Schriften und der Gottesoffenbarer für die heutige Zeit zu sein? Als der Islam, wie einst das Christentum, im Sumpf der Korruption, des Aberglaubens, der Grausamkeit und damit der Gottlosigkeit und Willkür unterzugehen drohte, erschien in Persien und später im Irak Bahá’u’lláh und verkündete Seine Sendung. Es gibt wiederum im Alten Testament präzise (sogar auf die Jahrzahl genaue) Hinweise auf Sein Kommen (vgl. Dan. 8–12), ebenso im Koran und im neuen Testament. Bei den Adventisten und anderen Religionsgemeinschaften wie auch im schiitischen Islam wurde 1844 das Erscheinen des Verheissenen beziehungsweise die Wiederkunft Christi erwartet. Wie schon Sein Herold, der Báb, – der wie Johannes der Täufer den neuen Offenbarer kurz vorher ankündigte und damit in Persien eine Revolution auslöste – war auch Bahá’u’lláh mit angeborenem Wissen und prophetischer Hellsicht ausgestattet; Er stammte allerdings aus einer vornehmen Familie. Auch Er fiel seit Seinen jungen Jahren durch Seine Persönlichkeit und Seine Ausstrahlung auf und zeigte Autorität und Gerechtigkeit, die jedermann überzeugte.

Trotz Seiner späteren Verbannung nach Konstantinopel, Adrianopel und schliesslich Akko bei Haifa hat Er unzählige Schriften selbst verfasst oder in einem unglaublichen Tempo Seinem Sekretär diktiert. Er hat an alle damals regierenden Könige des Abendlandes und des Orients, und auch dem Papst, Sendschreiben geschickt oder überbringen lassen, die zumindest bei einigen eine positive oder negative Reaktion auslösten.

Seit Seinem Auftreten hat sich erneut ein riesiger Energieschub über die ganze Menschheit ergossen, der diese in ein neues Zeitalter katapultierte. Die industrielle Revolution, das Aufkommen des Feminismus, der Zusammenbruch vieler Monarchien, die enormen technischen Neuerungen der heutigen Zeit und vieles andere sind Ausdruck dieses Energieschubs. Die Bahá’í-Religion ist die weltweit am meisten verbreitete Religion, wenn auch ihre Gemeinschaft mit ihren 8 Millionen zahlenmässig noch relativ klein ist.

«Während Seines gesegneten Lebens erzog Christus in der Tat nur elf Menschen, wobei der Bedeutendste unter ihnen, Petrus, Ihn dreimal verleugnete, als er geprüft wurde. Sieh, wie sich die Sache Christi dennoch in der Folge über die ganze Erde verbreitete! An diesem Tag aber hat Bahá’u’lláh tausende Seelen erzogen, die durch das Schwert bedroht, zum höchsten Himmel riefen: ‚O Du Herrlichkeit des Allherrlichen!’ und deren Antlitz glänzend wie Gold im Feuer der Prüfungen leuchtete. Schließe nun daraus, was sich in Zukunft ereignen wird!»

‘Abdu’l-Bahá, Beantwortete Fragen 9:25  

Jeder kann heute die Schriften Bahá’u’lláhs lesen, die ersten Heiligen Texte, die absolut authentisch sind, und kann sich selbst ein Bild machen. Allein die Prinzipien Seiner Botschaft sprechen für sich:

  • Die Einheit der Menschheit als eine Familie,
  • die Einheit der Religionen (alle haben ihren Ursprung bei Gott und ihre Erneuerung erfolgt nach den Anforderungen der jeweiligen Zeit),
  • die Gleichwertigkeit von Mann und Frau,
  • die selbständige Suche nach Wahrheit (kein Klerus),
  • kein Widerspruch zwischen Religion und Wissenschaft,
  • das Prinzip der konfliktfreien Beratung,
  • die Betonung der Bildung beider Geschlechter, die Voraussetzungen für Charakterbildung,
  • die administrative Ordnung der Gemeinde und
  • der Bund als Garant gegen Spaltung und Chaos (wie in früheren Religionen).

 

Alle Menschen, insbesondere die Bahá’í, sind aufgerufen, einen geistigen Weg einzuschlagen und an der Besserung der Welt zu arbeiten. Dauerhafte kontemplative Abgeschiedenheit ist Zeitverschwendung und nutzlos für den Fortschritt der Menschheit. Vorurteile jeglicher Art müssen konsequent abgebaut werden. Parteipolitische Gebundenheit und nationalistisches Denken führen zu Streit und Kampf und verhindern den Frieden.

Es ist offensichtlich, dass mit dem 20. Jahrhundert mit seinen beiden Weltkriegen und mit dem Zerfall der bekannten Weltordnung im 21. Jahrhundert eine Zeitenwende oder Transformation stattfindet, wie es sie wohl noch nie gegeben hat, da sie den ganzen Planeten Erde ergriffen hat. Ist die Menschheit reif für diese Transformation und wird sie es in der Folge schaffen, die Grundlagen für einen Weltfrieden zu errichten?

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