Eine neue Geschichte nimmt Gestalt an
– 4 Minuten Lesezeit –
Die Geschichte
Es ist die Geschichte eines gesellschaftlichen Fortschritts, die still und geduldig Gestalt annimmt – durch die Bemühungen von Menschen, die in ihrem Alltag lernen, gemeinsam einen Weg des Dienstes für das Wohlergehen der Gesellschaft zu gehen.[1]
Alles begann in der Mitte des 19. Jahrhunderts mit einer Vision, die die Welt nachhaltig zu einer friedlichen Welt verändern wird.
Seither haben immer mehr Menschen auf der ganzen Welt ihr tägliches Leben von dieser umfassenden Vision für eine bessere Welt inspirieren lassen.
In einer Zeit, in der Gesellschaften auf der ganzen Welt nach neuen Wegen suchen, scheint der Lärm der Spaltung lauter denn je zu sein und die Menschen dazu zu drängen, Partei zu ergreifen und Fronten zu bilden.
Unter all dem Lärm bleibt schliesslich eine Sehnsucht bestehen: Die Sehnsucht in Frieden zu leben, dazuzugehören und einen Sinn zu finden.
Was sollen wir tun?
Uns deshalb zurückziehen, Widerstand leisten oder für eine Seite Partei ergreifen?
Ganz im Gegensatz dazu zeigen in den unterschiedlichsten Regionen der Welt unzählige Geschichten von Widerstandsfähigkeit und Hoffnung neue Möglichkeiten und Lebensmuster auf.
Die Vision
Ihre Quelle ist die Offenbarung Bahá’u’lláhs (1817–1892), Stifter der Bahá’í-Religion, die jüngste der Weltreligionen. Mit Seiner Offenbarung ebnete Er den Weg für eine neue Entwicklungsstufe der Menschheit, die das Wohlergehen des Einzelnen als auch das der ganzen Menschheit einschliesst. Seine Lehren verbinden innere geistige Wandlung untrennbar mit sozialem Fortschritt.
Einige der grundlegenden und wichtigsten Prinzipien dieser Vision:
Die Einheit Gottes
Die Einheit Gottes, d.h. dass es nur einen Gott gibt, steht im Zentrum der Lehren Bahá’u’lláhs. Gemäss Seinen Schriften ist Gott der erste Urgrund und einzig Existierende, der nur durch Seine Eigenschaften, wie z.B. Seine Allmacht, Sein Wissen und Seinen Willen dem Menschen zugänglich ist. Mit anderen Worten, es ist dem Menschen nicht möglich das Wesen Gottes völlig zu begreifen.
Die Einheit der Religion
Alle grossen Religionen haben denselben göttlichen Ursprung und sind aufeinanderfolgende Offenbarungen Gottes. Sie sind keine voneinander losgelösten Erscheinungen, die in keinem Zusammenhang stehen, sondern Stufen in der schrittweisen Entfaltung einer einzigen göttlichen Absicht: die Vorbereitung der Menschheit auf die Aufgaben ihrer kollektiven Reife.
Die Einheit der Menschheit
Die Überzeugung, dass wir einer einzigen Menschheitsfamilie angehören, bildet den Kern des Bahá’í-Glaubens. Keine ethnische oder kulturelle Gruppe ist anderen überlegen. Jeder Einzelne, gleich welcher Herkunft, kann zur Besserung der Welt beitragen.
Der angeborene Adel des Menschen
Der Mensch steht an einer besonderen Schnittstelle – er ist materiell wie das Mineral, lebendig wie die Pflanze, empfindend wie das Tier, aber zusätzlich mit Geist und Vernunft ausgestattet.
«Die Wirklichkeit des Menschen hat Er [Gott] … zum Spiegel Seines eigenen Selbstes erkoren. Von allem Erschaffenen ist allein der Mensch zu einer so großen Gunst, einer so dauerhaften Gabe auserwählt.»[2]
Gleichstellung von Frauen und Männern
Frauen und Männer sind gleichwertig und müssen gleiche Rechte, Bildung und Chancen erhalten.
“…solange diese Gleichstellung nicht erreicht ist, ist wahrer Fortschritt und Erfolg für die Menschheit unmöglich.”[3]
Übereinstimmung von Religion und Wissenschaft
Es sind zwei sich ergänzende Systeme der Erkenntnis, die helfen, die Wirklichkeit zu verstehen. Religion ohne Wissenschaft führt zu Aberglauben, Wissenschaft ohne Religion zu Materialismus.
Recht und Pflicht auf Erziehung
Alle Kinder erhalten die gleichen Bildungschancen, d.h. Mädchen und Jungen werden gleichberechtigt behandelt.
Jedes Kind kommt mit wertvollen, veranlagten Eigenschaften ausgestattet auf die Welt. Bahá’u’lláh vergleicht den Menschen mit einem: «Bergwerk reich an Edelsteinen von unschätzbarem Wert», und spricht weiter: «Nur die Erziehung kann bewirken, dass es seine Schätze enthüllt und die Menschheit daraus Nutzen zu ziehen vermag.»
Unabhängige Suche nach Wahrheit
Alle Menschen müssen die Wahrheit selbständig erforschen. Der Glaube eines Menschen hängt nur von ihm selbst ab. Es gibt daher keinen Klerus, der den Glauben vermittelt. Die Heiligen Schriften sollen von allen Gläubigen selbst studiert werden.
Die Protagonisten
Bahá‘í leben und wirken gemeinsam mit Gleichgesinnten aus allen Gesellschaftsbereichen weltweit als Protagonisten in über 100’000 Orten, verteilt über nahezu alle Länder und Regionen der Erde.
Als Gemeinschaft spiegeln sie die Vielfalt der gesamten Menschheit wider.
Überall bemühen sich Bahá’í-Familien gemeinsam mit Freunden und Nachbarn, Erkenntnisse aus den Bahá’í-Lehren zu gewinnen und für den geistigen sowie materiellen Fortschritt von Gemeinschaften zu nutzen.
Die Geschichte aus allen Kontinenten der Erde
Zu den aktuellen Geschichten mit Bildern aus allen Teilen der Welt gelangt man mit Klick auf die Weltkarte.
[1] Quelle: Bahá’í World News Service (BWNS), 2025 – Year in Review
[2] Bahá’u’lláh |Ährenlese aus den Schriften Bahá’u’lláhs | 27:2-3
[3] `Abdu’l-Bahá | Promulgation of Universal Peace | S. 369


